Liebe Mandanten,

falls Sie und Ihr Unternehmen von der COVID-19 Krise betroffen sind, haben Sie die Möglichkeit, verschiedene staatliche Hilfen in Anspruch zu nehmen können. Diese sind:

  1. Kurzarbeitergeld (für Teilzeit und Vollzeit Beschäftigte)
  2. Regelungen für Minijobber
  3. Steuerstundungen / Herabsetzung der Vorauszahlungen
  4. KfW-Förderungen
  5. Erstattung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung
  6. Soforthilfen

 

  1. Kurzarbeitergeld

ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.  Für geringfügig Beschäftigte kann kein Kurzarbeitergeld beantragt werden. Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.

Wichtig: Betriebe müssen Kurzarbeit vorher bei der Arbeitsagentur anzeigen. Erst danach können Sie dieses beantragen. Kurzarbeit können Sie über den Vordruck https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf  anzeigen. Den unterzeichneten Vordruck reichen Sie dann bitte bei Ihrer Agentur für Arbeit ein. Hier erhalten Sie ausführliche Informationen zum Kurzarbeitergeld: https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

 

  1. Regelungen für Minijobber

Für die Beschäftigung von Minijobbern (geringfügige Beschäftigung bis 450,00 EUR) wird unterschieden in Minijob-Gehalt (unabhängig der gearbeiteten Stunden) und Stundenlohn. Falls Sie in Ihrem Arbeitsvertrag mit Ihrer Aushilfe ein festes Gehalt vereinbart haben, unabhängig von erbringenden Arbeitsstunden, so sind sie verpflichtet, das Minijob-Gehalt weiterhin Ihrer Aushilfe auszuzahlen, ohne Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Falls Ihre Aushilfen auf Stundenbasis arbeiten und aufgrund der aktuellen Krise keine Arbeit erbringen können, so sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, weiterhin Aushilfslohn an Ihre Minijobber zu zahlen. Falls sich der Lohn aufgrund fehlender Arbeitszeiten nicht bestimmen lässt, wird der Durchschnitt aus den letzten drei Monatslöhnen zugrunde gelegt. Falls Ihre Aushilfen im März nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gearbeitet haben (z.B. bis 16.03.), wird für den Zeitraum ohne Arbeitszeit der anteilige durchschnitt zugrunde gelegt.

 

Beispiel:

Ihre Aushilfen hat folgenden Lohn bezogen

  • Dezember 2019 30 Stunden à 10,00 Euro     300,00 Euro
  • Januar 2020 25 Stunden à 10,00 Euro           250,00 Euro
  • Februar 2020 40 Stunden à 10,00 Euro        400,00 Euro

Durchschnittlich: (300+250+400) / 3 = 316,67 Euro

 

  • März 2020 (bis 16.3.) 10 Stunden a 10,00 Euro 100,00 Euro

+ ½ x 316,67 Euro                                                      158,33 Euro

Aushilfslohn im März                                                258,33 Euro

 

Die Beiträge zur Bundesknappschaft werden vom Arbeitgeber übernommen, ohne Anspruch auf Erstattungen. Falls Ihre Aushilfen erkrankt sind, so haben sie wie gewohnt Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Ist Ihr Minijobber nicht selbst erkrankt, jedoch unter Quarantäne gestellt, findet das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) Anwendung. Sie zahlen dem Minijobber für sechs Wochen den Verdienst weiter und beantragen die Erstattung der Kosten bei der zuständigen Gesundheitsbehörde des Bundeslandes. Das Amt welches die Quarantäne anordnet, ist auch das Amt, das für die Erstattung zuständig ist. Bei der Suche nach dem zuständigen Gesundheitsamt unterstützt Sie das Robert-Koch-Institut. Gleiches gilt übrigens auch, wenn Quarantänemaßnahmen für Kontaktpersonen eines in der Firma erkrankten Minijobbers angeordnet werden.

Zu beachten ist auch, dass für Aushilfen derselbe Kündigungsschutz besteht wie für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Eine betriebsbedingte kündigung ist deshalb nur unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen möglich. Eine Abmeldung Ihrer Aushilfen ist deshalb nicht ohne weiteres möglich und kann nur unter der Bedingung erfolgen, dass die Aushilfskraft im Einvernehmen mit Ihnen als Arbeitgeber Ihr Unternehmen verlässt.

 

  1. Steuerstundungen / Herabsetzungen der Vorauszahlungen

Das Finanzamt gewährt in der aktuellen Zeit den Unternehmen, die von der Krise betroffen sind, zinslose Stundungen und Herabsetzung von Vorauszahlungen. Hierfür kann ein Formular ausgefüllt werden. Das Blanko-Formular stellen wir Ihnen als Anlage zur Verfügung.

> Formular: „Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus

 

  1. KfW-Förderungen

Für betroffene Unternehmen vergibt der Staat mithilfe der KfW Kredite, die zinslos oder zinsgünstig sind. Die Hürden, um diese Kredite in Anspruch nehmen zu können, wurden aufgrund der aktuellen Geschehnisse gesenkt. Alle weiteren Infos erhalten Sie unter https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Erweitern-Festigen/F%C3%B6rderprodukte/F%C3%B6rderprodukte-(S3).html

 

  1. Erstattung der Umsatzsteuer Sondervorauszahlung

Falls Sie im Rahmen des Antrags auf Dauerfristverlängerung für 2020 eine Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung geleistet haben, so kann diese formlos per Antrag rückerstattet werden.

 

  1. Soforthilfen

Das Bundesfinanzministerium hat ein „Corona-Schutzschild“ beschlossen und ein Programm zur Unterstützung von kleinen Unternehmen, Selbständigen und Freiberuflern ins Leben gerufen. Das Programm besteht aus einer Soforthilfe in Form einer Einmalzahlung für 3 Monate. Für Selbständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten beträgt sie 9.000 Euro, bis 10 Beschäftigte 15.000 Euro.

Um die Soforthilfen beziehen zu können, müssen Antragsteller wirtschaftliche Schwierigkeiten (Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass) infolge der Corona-Pandemie nachweisen können. Das heiß konkret, dass das jeweilige Unternehmen vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein darf und der Schadenseintritt nach dem 11. März 2020 erfolgt sein muss.

Der Antrag muss elektronisch gestellt werden. Alle Details werden auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums in Kürze veröffentlicht. Bitte rufen Sie hierfür regelmäßig folgenden Link auf:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-Milliardenhilfe-fuer-alle.html

 

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihre Steuerkanzlei Ҫavuş